Chancengleichheit in Ausbildung und Beruf

Die EUD weiß um die Bedeutung von Bildung und Ausbildung. Sie bietet allen Bemühungen um den uneingeschränkten Zugang zu Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten ihre volle Unterstützung.

Gehörlosen Kindern sowie Kindern mit Innenohrimplantaten und ihren Familien sollte ein Umfeld angeboten werden, das der Gebärdensprache positiv gegenübersteht. Eltern und Familienmitglieder sollten ermutigt werden, die Gebärdensprache zu lernen, um so umfangreich und natürlich wie möglich mit dem gehörlosen Kind zu kommunizieren.

Des weiteren sollte der zweisprachige Unterricht für gehörlose Kinder im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht gefördert werden, d. h. gehörlose Kinder sollten in der Gebärdensprache sowie in der Schriftsprache (als 2. Sprache) des jeweiligen Landes unterrichtet werden. In Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass diese Art des Unterrichts zu besseren schulischen Leistungen führt. Dennoch tendiert man innerhalb der EU dazu, gehörlose Kinder in die Regelschulen zu integrieren, so dass sie von einem großen Teil der Kommunikation innerhalb des Klassenzimmers aufgrund fehlender Übertragung in die Gebärdensprache ausgeschlossen bleiben. Den meisten Lehrern fehlen außerdem die nötigen Kenntnisse und Mittel, um auf die speziellen Bedürfnisse gehörloser Kinder eingehen zu können.

Mit Hilfe staatlicher Mittel sollte der Einsatz von Gebärdendolmetschern und Notizentechniken sowie die besondere Betreuung gehörloser Schüler ermöglicht, und so der Zugang Gehörloser zu höherer Schul- bzw. Hochschulbildung gefördert werden. Universitäten und andere Hochschulen sollten sich gemeinsam dafür einsetzen, dass der Zugang zu diesen Bildungseinrichtungen für gehörlose Schüler künftig einfacher wird.

Auch erwachsene Gehörlose sehen sich Hürden gegenüber, wenn Erwachsenenbildungsanstalten nicht bereit sind, Unterstützung in Form von Gebärdendolmetschern und Notizentechniken anzubieten.

Für die meisten Menschen stellt ihre Arbeit einen wesentlichen Teil ihres Lebens dar. Bei dem Versuch, einen Arbeitsplatz zu finden bzw. zu erhalten, sehen sich gehörlose Menschen jedoch mit gravierenden Hindernissen konfrontiert. Für Gehörlose ist die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu bleiben oder es zu werden, wesentlich höher als für einen Menschen, der hören kann. Der Zugang zu Trainingslehrgängen, eine entsprechende Anpassung des Arbeitsplatzes, spezielle Hilfestellungen und Ausstattung sowie Gebärdendolmetscher sind für gehörlose Arbeitnehmer essentiell, besonders wenn das Gehör im werktätigen Alter verloren wurde.